Beim Winterabend am 17. Oktober 2019 gab es Geschichte zum Anfassen.
Lothar Jungeblut hielt einen Vortrag über die herausragenden sächsischen Gräber (6. Jh.) aus Beuchte. Darstellungsgruppe „Okravari“ zeigte das Leben und die Inszenierung des Kriegergrabes das Sterben zu dieser Zeit. Dazu war das Heimathaus wieder bis auf den letzten Platz besetzt.
Die „Merowingerzeit“ markiert den Aufbruch ins Mittelalter. Es ist eine bewegte Epoche. Im 6. Jahrhundert nach Christus zerschlagen die merowingischen Franken das Königreich der Thüringer, zu dem auch das Umland des Harzes gehörte. Die schriftliche Überlieferung hat nur eine mehr sagenhafte Überlieferung aus dieser Zeit bewahrt. Um so mehr Bedeutung kommt den archäologischen Quellen zu.
Der bedeutendste Fundplatz des 6. Jahrhunderts im Braunschweiger Land ist das Gräberfeld von Beuchte (Gemeinde Schladen/Werla). Es wurde in den 1950er Jahren entdeckt und in einer Notgrabung untersucht.
Durch die aktuelle Landesausstellung „SAXONES – Das erste Jahrtausend in Niedersachsen“ im Braunschweigischen Landesmuseum gerät die Merowingerzeit erneut in den Fokus. Lothar Jungeblut (ehrenamtlich Beauftragter für archäologische Denkmalpflege im Landkreis Wolfenbüttel) referierte zu den Funden und Befunden von Beuchte im Spiegel der großen Landesausstellung.
Zum 1. Mal wurde an diesem Abend eine Inszenierung des Kriegergrabes von Beuchte gezeigt, die als Dauerleihgabe des Landesmuseums ab jetzt die archäologische Ausstellung des Heimathauses bereichert. Zusätzlich zeigte die Darstellungsgruppe „Okravari“ mit den Geschichtsdarsteller Martina Kluck, Anja Stadelmann und Steffen Busse, Kleidung und Objekte, die sich an der Zeit und an den konkreten Funden aus Beuchte orientieren: Geschichte zum Anfassen! Dabei konnte auch ein Replik der Beuchter Fibel begutachtet werden.
Nach vielen Fragen und bewundern der Schmuck und Waffen aus der „Merowingerzeit“ ging bei Met und Tee der interessante Abend zu Ende.

